Vorläufer des Bahnbetriebswerkes Aachen Hbf war eine Betriebswerkstätte der Rheinischen Eisenbahn mit einem 13 ständigen Rundlokschuppen mit innen liegender Drehscheibe. Dieser Schuppen lag am Fuß der Steilrampe Richtung Ronheide.
Wenige Jahre nach der Jahrhundertwende wurden die Bahnanlagen des Aachener Hbf
umgebaut und es entstand ein neues Bahnbetriebswerk an der Kamperstraße mit einem 20 ständigen Ringlokschuppen, mit einem Wasserturm und einer Bekohlungseinrichtung. 

 

Foto: Stadtarchiv Aachen

Das Bahnbetriebswerk Aachen Hbf blieb bis zur Umgestaltung des Aachener Hauptbahnhofes im Rahmen der Elektrifizierung erhalten. Im Juni 1963 wurden die verbliebenen Lokomotiven zum Bw Aachen West umbeheimatet. Im August 1964 wurden die Anlagen eingeebnet.

Die beiden folgenden Bilder stammen von Rolf Siedler, der mir seine fotographische Dokumentation zum Umbau des Aachener Hauptbahnhofes überließ. 

Das erste Bild stammt aus dem Jahr 1963 und zeigt die westlichen Gleisanlagen des Aachener Hauptbahnhofes. Deutlich zu erkennen ist das Bahnbetriebswerk, welches am Fuße der Steilrampe in Richtung Ronheide lag.

 

Hier das Bw im Jahre 1964 mit der Bekohlungsanlage, dem Wasserturm und im Hintergrund dem Lokschuppen.

 

 

Die folgenden Aufnahmen stammen von dem niederländischen Fotografen J. Havelaar und wurden mir aus der Sammlung von Rob van der Rest überlassen. Sie geben einen Einblick in die Enge an den Behandlungsanlagen im Bw Aachen Hbf. Rechts im Bild sieht man die 93 1082 des Bw Aachen Hbf, davor eine unbekannte Lokomotive der Baureihe 38. (August 1960)

 

 

Kurze Zeit später war es mit diesem herrlichen Bild vorbei. Im August 1964 wurde das Bw  abgebrochen.

 

 

Auch nach der Niederlegung des Bw Aachen Hbf wurden die Lokomotiven der Baureihe 93 für den Nachschub auf der Rampe benötigt. Am Rande der ehemaligen Bw-Anlagen wartet 93 965 mit zwei weiteren Schwestern auf neue Aufgaben. (August 1964)

 

Einsatz der Lokomotiven beim Bw Aachen Hbf

Erste Stationierungen sind mir für das Jahr 1925 bekannt, als u.a. 7 Lokomotiven der Baureihe 13 (eine pr S5 und 6 pr S6) sowie 12 Lokomotiven der Baureihe 38 (pr. P8) hier beheimatet waren. Auch 3 pr. T9.1 und 12 pr. T16 waren zu dieser Zeit hier zu Hause.

Nach den pr. S5 und S6 hielt vorübergehend die pr. S10.2 Einzug im Bw Aachen Hbf. 1940 folgte dann die Schnellzuglok der Baureihe 03.

Vier Lokomotiven der Baureihe 03 wurden im Oktober 1940 vom Bw Köln Bbf  nach Aachen Hbf umbeheimatet ( 03 045, 03 046, 03 047 und 03 048) und blieben hier bis März bzw. August 1943. Nach Abgabe an das Bw Bingerbrück erhielt Aachen Hbf von dort die 03 1057 - 03 1060. Diese Lokomotiven wurden bis zum April 1944 beim Bw Aachen Hbf eingesetzt und dann, bis auf die 03 1057, die für einen Monat noch an das Bw Aachen West abgegeben wurde, an das Bw Posen abgegeben.

Die Baureihe 38 war die dominierende Lokomotivbaureihe des Bw Aachen Hbf . Sie war von 1916 bis zur Auflösung des Bahnbetriebswerkes im Jahr 1963 hier vorhanden. 

Nach dem 2. Weltkrieg prägten neben der Baureihe 38 auch Lokomotiven der Baureihe 92 (pr. T13) und später Lokomotiven der Baureihe 93 (pr. T14) das Bild im Bw Aachen Hbf. Die Tenderlokomotiven wurden im Verschub sowie als Nachschublok auf der Steilrampe nach Belgien eingesetzt.

Im Mai 1963 gelang J. Havelaar diese Aufnahme der nachschiebenden 93 1033 und einer weiteren Lok der Baureihe 50.

 

Am 02.06.1963 wechselte der verbliebene Bestand an Lokomotiven zum Bw Aachen West. Es waren dies:

38

  2092, 2636, 2721, 3067, 3149, 3381, 3389, 3540, 3598, 3656, 3970
93     702,    896,   984,   985, 1033, 1141

Die Geschichte des Bahnbetriebswerkes Aachen Hbf war damit offiziell beendet.