Die Bergbaulokomotiven
des Aachener Reviers
© Guido Rademacher
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Das Aachener Revier gilt als eines der ältesten Steinkohlebergbaugebiete in Europa. Bereits im 12 Jahrhundert wurden die zum Teil an der Oberfläche hervortretende Flöze abgebaut, später begann man mit Grabungen in den Berg.
Nach altem Recht konnte jeder Grundeigentümer die Kohle unter seinem Grund und Boden abbauen. Dadurch entstanden bis zum Ende des 18. Jahrhunderts eine Vielzahl bergbautreibender Familienbetriebe.
Erst nach der französischen Revolution und der damit einhergehenden Besetzung des Rheinlandes durch Frankreich änderte sich das Bergrecht. Nun wurde das Bergwerkseigentum vom Grundeigentum gelöst. Dies ermöglichte die Zusammenlegung von vielen kleinen Betrieben zu einem wirtschaftlicheren Unternehmen.
Karl Englerth bemühte sich in dieser Zeit um eine
Konzession zum Kohleabbau am Eschweiler Kohlberg und durch Erlass des Kaisers
Napoleon vom
1. November 1805 erhielt er die Abbaurechte für sämtliche
Flöze der Gruben Birkengang und Centrum. Nach dem Tode Karl Englerths gelang es seiner Witwe Christine
Englerth das Unternehmen weiter zu führen und bis auf einen Zehntel Anteil alle
übrigen Konzessionen des Eschweiler Kohlbergs zu erwerben und damit beinahe
alle Felder in alleinigen Besitz zu bringen.
Als sie im Jahr 1838 starb, ging der gesamte Besitz an den von ihr gegründeten Eschweiler Bergwerks Verein (EBV) über.
Dadurch entstand die erste deutsche Bergbau-Aktiengesellschaft.
Der Eschweiler Bergwerksverein expandierte in den folgenden Jahren in Richtung Wurmrevier und erwarb 1863 die Felder Anna in Alsdorf und Adolf in Merkstein. Er kaufte die Eisenhütte Concordia in Eschweiler und errichte auf Anna eine Kokerei, die in kurzer Zeit eine der größten Kokereien in Deutschland war.
1907 gelang es dem EBV die Vereinigungsgesellschaft für Steinkohlenbergbau im Wurmrevier zu übernehmen. Dadurch kamen weitere Gruben in Alsdorf und Würselen in den Besitz des EBV.
Durch Expansion und geschicktem Handel mit der luxemburgischen Stahlindustrie wuchs das Unternehmen stetig.
Bis auf die Grube Carolus Magnus, die in französischem Besitz war, gehörten alle bedeutenden Gruben des Aachener Reviers dem EBV.
Nach dem 2. Weltkrieg mit dem allgemeinen Niedergang des Steinkohlebergbaus in Deutschland begann auch im Aachener Revier das langsame Grubensterben.
Mit der Einstellung Kokerei Anna im September 1992 und der Einstellung der Förderung auf der Grube Emil Mayrisch im Dezember 1992 wurde die Geschichte des Bergbaus im Aachener Revier beendet.
Die Eisenbahn wurde für den Bergbau das wichtigste Transportmittel, um die geförderten Kohlen absetzten zu können. Mit immer größer werdenden Fördermengen bestand eine immer größer werdende Notwendigkeit nach Transportkapazität.
Auf den Gruben entstanden Rangierbahnhöfe, auf denen die Züge zusammengestellt wurden. Hier wurden meist kleinere Rangierlokomotiven zum Verschub eingesetzt, die den Bergbauunternehmen gehörten.
In den folgenden Tabellen werden alle mir bekannten Lokomotiven mit zugehörigem Lebenslauf, aufgelistet.
Diese Tabellen sind nach wie vor in vielen Bereichen lückenhaft und bedürfen der Ergänzung.
Darüber hinaus habe ich mir zu einem weiteren Ziel gesetzt für alle aufgeführten Lokomotive einen bildlichen Nachweis zu erbringen.
Um die vorgestellte Arbeit weiter voranzubringen, bin ich auf die Mithilfe der Leser angewiesen, die ich hiermit zu aktiver Mitarbeit auffordern möchte.
Danken möchte ich besonders Herrn Dr. Joachim Leitsch und Jens Merte, auf deren unzähligen Daten ich einen Großteil meiner Recherchen abstützen konnte.
Köln, im August
2006
Guido Rademacher
letztes Update: 12.11.2013