Die meisten Bahnbetriebswerke im Aachener Raum fanden bei den Eisenbahnfreunden außerhalb des regionalen Bereiches eher untergeordnetes Interesse.  Hier gab es, von Ausnahmen abgesehen, keine besonderen Lokomotivbaureihen, sondern hier waren die Arbeitspferde der Bahn stationiert, Loks, die man jederzeit auch an anderen Orten sehen konnte.  Daher sind Aufnahmen aus den Bahnbetriebswerken im Aachener Raum in der Literatur eher selten.

Es gab allerdings 1976 ein Ereignis, bei dem tausende Eisenbahnfreunde ein Bw besuchten, um sich noch einmal von den letzten Dampflokomotiven im Rheinland zu verabschieden - Das Dampflokabschiedsfest beim Bw Stolberg.

Dieses große Eisenbahnfest bedeutete auch das langsame Ende des Bw Stolberg.

Beginnen wir mit dem Anfang der Geschichte dieses Bahnbetriebswerkes:

 

Von der Entstehung des Bw Stolberg bis zum Ende des 2. Weltkrieges

Zur Zeit Privatbahngesellschaften gab es in Stolberg drei Bahnhöfe:
An der Hauptbahn Aachen - Köln lag der Bahnhof Stolberg (Rheinisch).
Die Aachen-Jülicher-Eisenbahn-Gesellschaft baute für ihre Strecke Stolberg - Alsdorf einen Kopfbahnhof, den Bahnhof Stolberg-Atsch
.
Der dritte Stolberger Bahnhof, der Bahnhof Stolberg-Velau war ebenfalls ein Kopfbahnhof und lag an der 1867 durch die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft eröffneten Strecke „Station-Stolberg“ - „Stolberg-Velau“. In Stolberg-Velau soll es bereits einen vierständigen Lokschuppen, sowie eine Drehscheibe gegeben haben.

Erst im Rahmen der Verstaatlichung der Eisenbahn wurden die drei Bahnhöfe aufgegeben und 1888 ein neues  Empfangsgebäude an der heutigen Rhenaniastraße errichtet. Es handelt sich dabei um den heute noch vorhandenen Hauptbahnhof, der mittlerweile unter Denkmalschutz steht.

Mit Aufgabe des Bahnhofs Stolberg-Velau wurde Gelände frei für den Bau einer Betriebswerkstätte. Um 1890 umfasste die Anlage einen sechsständigen Ringlokschuppen mit Drehscheibe sowie einen Kohlebansen für die Lokomotivbekohlung. Zu dieser Zeit lag die Bekohlung noch direkt an dem Ausfahrtgleis. 1898 wurde die Betriebswerkstätte am südlichen Ende des Lokschuppens durch den Anbau von Werkstätten erweitert.

Der folgende Lageplan zeigt die Betriebswerkstätte Stolberg um 1898. Die Werkstätten sind hier bereits eingezeichnet. 

Lageplan der Betriebswerkstätte Stolberg um 1898, 

Bis zur Jahrhundertwende erfolgte eine Erweiterung auf 16 Stände, später dann auf 26 Stände.

Unmittelbar neben dem Bw Gelände befand sich das Stellwerk SL. Es wurde bereits 1873 durch die Bergisch-Märkische Eisenbahn für den damaligen Verschiebebahnhof Stolberg-Velau gebaut. Später wurde von dort die Aus- und Zufahrt zum Bw sowie das Abdrücken vom Ablaufberg in den Rangier-Bezirk IV geregelt. Das Foto zeigt das Stellwerk im Jahr 1972. 1987 wurde dieses schöne Stellwerk abgebrochen.

Foto: Stadtarchiv Stolberg

Die  Eisenbahn bekam im 1. Weltkrieg eine besondere militärische Bedeutung, denn über sie rollte der Nachschub für die an der Front kämpfenden Truppen. Sowohl Personal als auch Material  wurden durch die Bahn befördert. Dies betraf auch die Betriebswerkstätte Stolberg, denn hier mussten für den Transport  von Nachschub Lokomotiven gestellt werden und zusätzlich beschädigte Lokomotiven und Wagen repariert werden.
Nach dem Ende des 1. Weltkrieges mussten durch das Deutsche Reich Reparationsleistungen an die Siegermächte gegeben werden. So wurde unter anderem die Region Eupen Malmedy an Belgien abgetreten. Dadurch verlief die Vennbahn nun auf belgischem Territorium. Weiterhin mussten auch Lokomotiven und Wagen an die Siegermächte abgegeben werden. Ebenso wurde Koks als Reparationsleistung gefordert und das Bw Stolberg stellte die Lokomotiven  für die schweren Kokszüge nach Belgien, die über die Strecke Stolberg - Walheim - Raeren verkehrten.

1920 wurde aus der Königlich Preußischen Eisenbahn die Deutsche Reichsbahn und die Betriebswerkstätte Stolberg erhielt den neuen Namen Bahnbetriebswerk Stolberg (Bw Stolberg) und wurde ebenso wie die Bw Aachen Hbf, Aachen-West, Aachen-Rothe-Erde, Herzogenrath und Jülich dem Maschinenamt Aachen unterstellt.

Eine erste Beheimatungsliste liegt mir für den Stichtag 31.10.1925 vor. Folgende Lokomotiven waren in Stolberg beheimatet

53

  008,   019
53 7054, 7055, 7111, 7149
54   057
55   519,   520
55 2611, 2668, 2679, 3271, 3584, 3888, 3889, 3890, 4134, 4135, 4136, 4139, 4140, 4141, 4147, 4926, 4927, 4931, 4942, 5109, 5263
90   002,   003
94   557,   586,     612,   659,   684,   770,   771,   789,    816



Am
15.05.1938 waren die nachfolgenden Loks der Baureihe 94 in Stolberg beheimatet waren:

94     586, 659, 684, 700, 712, 770, 816, 1123, 1518

 

Erstmals im Juli 1942 wurden dem Bw Stolberg fabrikneue Lokomotiven der Baureihe 50 zugewiesen. Es handelt sich dabei um 50 2692 bis 2696. Bereits im Dezember 1942 waren 50 2694, 2695 und 2696 an die GVD Osten abgegeben, buchmäßig aber noch dem Bw Stolberg zugeordnet.

In einer Auflistung der Verteilung der Baureihe 50 am 30.04.44 werden 7 Lokomotiven zum Bw Stolberg gezählt, 3 Monate später, am 30.06.44 kann lediglich noch 50 113 dem Bw Stolberg zugeordnet werden, obwohl sicherlich noch mehrere Lokomotiven hier stationiert waren

50 2692 und 2693 befinden sich zu diesem Zeitpunkt beim Bw Aachen-West.

Natürlich galt im zweiten Weltkrieg der Vennbahn wieder das militärische Interesse, denn über sie wurden die Transporte nach Belgien gefahren. Stolberg war ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt  und damit ein  Ziel der alliierten Bomber. Am 20. Mai 1944 traf eine Fliegerbombe den  Ringlokschuppen. Dabei wurde der mittlere Teil (Stände 11 - 16), das Dach des nördlichen Teils (Stände 17-26), sowie der am Südende des Schuppens stehende Wasserturm zerstört. Im selben Jahr wurde das Bw vor dem Einrücken der alliierten Truppen geräumt und die Drehscheibe gesprengt, um  im Schuppen stehende Dampflokomotiven nicht einsetzbar zu machen.

 

Die Zeit des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg bis zum Ende des Bw Stolberg

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges begann auch in Stolberg die Phase des Wiederaufbaus. Trotz aller Einschränkungen wurde versucht, einen größtmöglichen Betrieb aufrechtzuerhalten, um Kohlezüge aus dem Wurmrevier abfahren zu können. Beschädigte Lokomotiven und Wagen mussten im Freien instand gesetzt werden, da eine Zufahrt zum Lokschuppen aufgrund der gesprengten Drehscheibe weiterhin nicht möglich war.

Sowohl der mittlere Teil des Lokschuppens als auch der Wasserturm wurden nach Kriegsende nicht wieder aufgebaut. Im Rahmen des Wiederaufbaus wurde der nördliche Schuppen auf eine Gleislänge von 28,00 m verlängert, das Dach jedoch nur notdürftig erneuert und mit einer einfachen Rauchabzugseinrichtung versehen.

Erst 1947 erhielt das Bw Stolberg wieder eine Drehscheibe, so dass der instand gesetzte Lokschuppen wieder genutzt werden konnte. In den Ständen 1 - 10 wurden zukünftig die Bedarfsausbesserungen durchgeführt. Hierzu wurden die Stände 8 - 10 mit einer Achssenke versehen. Die nicht wieder aufgebauten Stände 11 - 16 wurden fortan als die „Freiheit“ bezeichnet. In den Ständen 17 - 26 wurden überwiegend die Fristarbeiten an den Maschinen durchgeführt.

Auf dem folgenden Plan aus dem Jahr 1972 sieht man das Bw Stolberg der Nachkriegszeit  mit den beiden Lokschuppenteilen, den Freigleisen ("die Freiheit") sowie der Werkstatt, der Wagenhalle und der Lokleitung


 

Hier ein Bild des älteren Lokschuppenteils mit den Ständen 1 - 10 aus dem Jahr 1975. Zu dieser Zeit  dominierten die Dampfloks noch im Bw.

Foto: © Joachim Schmitz, 08.10.75

Zwischen den beiden Lokschuppen befand sich die sogenannte "Freiheit", hier auf einem Bild vom 15.08.1970 zu sehen. Interessant ist auch der schlechte Zustand des Lokschuppens. Er wurde aber nochmals instand gesetzt.



Foto: © Nico Spilt

Auf dem Bild vom erneuerten Teil des Lokschuppens mit den Ständen 17 - 26 aus dem Jahr 1972 ist deutlich das geänderte Dach mit den Einzelrauchabzügen zu erkennen.



Foto: © Huub Baardemanns, 12.07.72

 

Aus der unmittelbaren Nachkriegszeit sind mir keine Stationierungslisten bekannt. Für die Baureihe 50 existiert eine undatierte Liste aus dem Jahr 1948, die vermutlich den Bestand des Herbstes wiedergibt. In Stolberg waren beheimatet:

50 044, 190, 299, 787, 1067, 1651, 1657, 1665, 1708, 1799, 2370, 2435, 2692 und 2880

Des weiteren waren hier 1948 5 Lokomotiven der Baureihe 74 stationiert, die überwiegend im Personenverkehr auf der Strecke Stolberg - Jülich und Stolberg - Schmithof eingesetzt wurden. Die Zahl der in Stolberg stationierten Loks der Baureihe 74 stieg im Jahr 1949 auf 7 und 1950 auf 11 Lokomotiven.

1949 teilte die RBD Köln den einzelnen Bw mit, dass alle im Ausland gebauten Lokomotiven an die Hersteller zurückgegeben werden müssten. Stolberg war mit 50 299, 1983, 1984 und 2208 betroffen, von denen jedoch nur 50 1983 und 1984 an Belgien zurückgegeben wurde.

Im Dezember 1952 wurden dem bis dahin reinen Dampflok-Bw die ersten beiden Schienenbusse der BR VT 95 (VT 95 9237 und VT 95 9241) frisch ab Werk zugewiesen. Nach entsprechenden Personalschulungen wurde mit Beginn des Sommerfahrplans 1953 der Plandienst zunächst auf der Strecke Stolberg - Herzogenrath aufgenommen. In den Monaten August und September wurden mit den VT 95 9275 - 9277 drei weitere fabrikneue Schienenbusse dem Bw zugeteilt. Bereits im Winterfahrplan 1953/1954 wurden folgende Strecken befahren:

KBS 245

Aachen-Lindern

KBS 245 b

Stolberg-Mariagrube (Gesamt Pv)

KBS 245 f

Stolberg-Herzogenrath (Gesamt Pv Herzogenrath-Alsdorf)

KBS 245 h

Mariagrube -Grube Emil Mayrisch (Gesamt-Pv)

KBS 245 k

Lindern - Heinsberg

KBS 247 Aachen - Stolberg - Düren
KBS 247 d Düren - Heimbach
KBS 247 f Stolberg - Walheim

In den folgenden Jahren wurden weitere Fahrzeuge fabrikneu an das Bw Stolberg geliefert bzw. von anderen Bw dem Bw Stolberg zugeordnet.

Zum 01.07.1957 beheimatet Stolberg folgende Fahrzeuge:

VT 95    9237, 9241, 9275, 9276, 9277, 9336, 9370, 9371, 9423, 9424

Ungefähr zur selben Zeit, am 01.08.195, existiert eine Liste der in Stolberg beheimaten Loks der Baureihe 50. Es handelt sich hierbei um:

50

044, 190, 390, 781, 787, 1436, 1651, 1665, 1729, 1788, 1799, 2208, 2299, 2370, 2478, 2692, 2916, 3033

Für den Sommerfahrplanabschnitt 1958 liegen folgende Planbespannungen der Baureihe 50 des Bw Stolberg vor:

Plan 21
Bedarf 6 Lokomotiven
285 km durchschnittliche Laufleistung
Aachen Rothe Erde
Aachen Süd
Aachen West
Eschweiler Aue
Gremberg
Jülich
Raeren
Stolberg
Stolberg-Hammer
Walheim
Weisweiler
Plan 22
Bedarf 5 Lokomotiven
222 km durchnittliche Laufleistung
Aachen Hbf
Aachen Nord
Aachen Rothe Erde
Alsdorf
Deutzerfeld
Eschweiler Aue
Gremberg
Grube Emil Mayrisch
Köln-Eifeltor
Köln-Kalk Nord
Kohlscheid
Mariagrube
Palenberg
Stolberg-Hammer
Weisweiler
Würselen

2 Jahre später, zum Sommerfahrplan 1959, wurde die Unterhaltung der Baureihe VT 95 beim Bw Jülich aufgegeben und sämtliche Fahrzeuge wurden dem Bw Stolberg zugeordnet. Dadurch wurde das Einsatzgebiet um folgende Strecken erweitert:

KBS 245 a

Düren - Jülich -Dalheim

KBS 245 b

Aachen Nord - Jülich

KBS 245 c

Stolberg - Jülich - Mönchengladbach

KBS 245 e

Mönchengladbach - Dalheim

 

1960 wurde noch einmal ein Neubau im Bw errichtet, denn der bereits 1956 geplante Neubau einer Lehrlingswerkstatt wurde fertiggestellt. Das Gebäude wurde in eine bestehende Gebäudelücke neben dem Ringlokschuppen eingefügt. 

 

 

Im Laufe der folgenden Jahre wurden weitere VT 95 übernommen und am 01.10.1964 waren folgende Fahrzeuge beim Bw Stolberg beheimatet:

VT 95 2090, 9237, 9238, 9241, 9275, 9276, 9277, 9334, 9335, 9336, 9367, 9368, 9370, 9371,  9424, 9619, 9620, 9621, 9622, 9623, 9624, 9625, 9626

Am 30. Mai 1965 waren 165 Lokomotiven der Baureihe 50 in der BD Köln in 8 Dienststellen stationiert. Folgende Loks waren in Stolberg beheimatet:

50

  035,   068,    190,   393,   781,    787,  806, 1516, 1535, 1565, 1665, 1729, 1856, 2208, 2302, 2370, 2549, 2692, 2880, 2916, 3033

Der Strukturwandel erreiche auch den Aachener Raum. Zum Sommerfahrplan 1966 wurde beim Bw Düren die Dampflokunterhaltung aufgegeben und die verbliebenden Lokomotiven wurden nach und nach auf die Bw Aachen West und Stolberg verteilt. Gleichzeitig wurden die beim Bw Stolberg beheimateten  Schienenbusse und Kleinlokomotiven zum Bw Düren umbeheimatet. Somit  wurde Stolberg erneut ein reines Dampflok-Bw. 

Erstmals wurden Lokomotiven der Baureihe 38 und 93 dem Bw Stolberg zugeordnet. Die 38er wurden, soweit bekannt, nicht mehr im Personenzugdienst, sondern lediglich noch für kurze Zeit vor Bauzügen  eingesetzt. Auf dem folgenden Bild sehen Sie 38 3067 und 38 3433 abgestellt im Bw Stolberg.

 

Die Lokomotiven der Baureihe 93 wurden auch nach der Umbeheimatung noch von Stolberg aus sowohl zu Rangierleistungen im Stolberger Bahnhof als auch vor Übergabezügen im gesamten Aachener Raum eingesetzt. Eine weitere Aufgabe war es, Schubdienst am Aachener Hauptbahnhof für die schweren Personenzüge auf  der Rampe nach Belgien zu leisten. Aber auch die Zeit der Baureihe 93 war ziemlich bald vorbei. 093836 und 093985 wurden als letzte Loks ihrer Baureihe am 21.06.1968 ausgemustert. 
Das Bild zeigt die bereits am 10.10.67 z-gestellte und am 12.03.68 ausgemusterte 93 1201 mit weiteren Loks, die auf ihre letzte Fahrt zum Schrotthändler warten. 

 

Mit Einführung des neuen Nummernschemas bei der Deutschen Bundesbahn wurde aus der Baureihe 50 die Baureihe 050- 053, aus der Baureihe 55 die 055, aus der Baureihe  93 die 093 und aus der Baureihe 94 die 094. Stolberg beheimatete zu diesem Zeitpunkt folgende Lokomotiven:

050

 035, 113, 190, 687 (z), 781, 787, 805, 806  
051  302, 421, 450 (z), 516, 565, 729, 791
052  208, 289, 302, 370, 473, 549, 855, 880 (z), 916
093  198, 201, 635 (z), 836
094  199, 361, 367, 587, 700,  770


Die Baureihe 093 schied bereits 1968 aus dem Dienst aus, 094 062 war die letzte Lok ihrer Baureihe, die am 01.04.1970 von der Ausmusterung zurück gestellt wurde und am 09.09.1971 ausgemustert wurde. Auf dem folgenden Bild sehen Sie 094 062 am 15.08.70 bereits abgestellt im Bw Stolberg.

 

Als letzte Lok ihrer Baureihe war 094 062 am 15.08.70 noch abgestellt im Bw vorhanden.
Foto: © Nico Spilt

Im Sommer (Stichtag 01.07.) 1970 beherbergte das Bw Stolberg folgende Loks der Baureihe 050 - 052, die in 3 verschiedenen Plänen mit einem Bedarf von 18 Maschinen eingesetzt wurden.:

050

 113,      117,       190,     620,         374,       805,        806,     960(z),  962 (z),     968
051  024 (z), 299,       302,     421,         424,       565,       729,      791,      877
052  208,      302,       549,       771,        785 ,      916 

Des weiteren waren noch :

055

 647 und 
094   062 (z) 

in Stolberg vorhanden.

Auf dem folgenden Bild vom 15.08.1970 steht 055 647, die erst am 01.06.70 vom Bw Aachen West nach Stolberg kam, im Stand 1.

Foto: © Nico Spilt 

Am 31.12.72 waren noch in 7 Dienststellen der BD Köln Dampflokomotiven der Baureihe 050 - 053 beheimatet, darunter 

050

 117,      182,       190,       620,       622,       788,       805,      806
051  302,      421,       524,       530,       565,       729,       789,      791,      877(z)
052  201(z),  356,       549,       692,       916 ,      928 
053  031

im Bw Stolberg, welches nun bereits seit einem Jahr das einzige Bw im Aachener Raum war, in dem noch Dampflokomotiven beheimatet waren.

Jahr für Jahr verringerte sich der Bestand an Dienststellen, in denen Dampflokomotiven beheimatet waren. Mit Auflösung der Dampflokunterhaltung in diesen Bw kamen immer wieder neue Maschinen zum Bw Stolberg, welches nun zum Auslauf-Bw der BD Köln wurde. So wurden im Februar 1974 Lokomotiven aus Koblenz-Mosel (050190, 052 524) oder im Mai 1975 Lokomotiven aus Neuß (050 164, 529, 853(z)), 051 494,  864 sowie 052 474, 604 und 924(z) ) zum Bw Stolberg umbeheimatet.

Im Sommerfahrplan  1975 wurde das letzte Mal ein Umlaufplan für die Stolberger Lokomotiven aufgestellt. Kurze Zeit später, im Winterfahrplan 1975/76, blieben den letzten Dampfloks nur noch Sonderleistungen im Aachener Revier sowie auf der Strecke Stolberg - Walheim - Raeren.

Am 31.12.1975 war der Dampflokbestand der BD Köln schließlich auf 9 Lokomotiven im Bw Stolberg geschrumpft.

Es waren dies:

050

 023,      164,       185,       622,       806
051  421,       462
052  928 
053  031

Am 03. und 04. April 1976 wurden die Dampflokomotiven offiziell mit einem großen Dampflok-Abschiedfest verabschiedet. Diesem Fest werde ich zukünftig eine eigene Seite widmen. Auch nach dem offiziellen Ende wurden noch einige wenige Einsätze mit Dampf gefahren. Letzte beim Bw Stolberg eingesetzte Dampflok war die 053031. 
Zwei Monate später kam aber das endgültige Ende und am 15. Juni 1976 wurden die letzten Lokomotiven, die 050 164, 050 622, 051 462 und 053 031 zum Bw Duisburg-Wedau abgegeben. Das Kapitel der Dampflokomotiven beim Bw Stolberg war damit zu Ende. Stolberg besaß keine eigenen Lokomotiven mehr.

Lediglich zwei Lokomotiven, die zum Ende der Dampflokzeit des Bw Stolberg noch eingesetzt waren, blieben bis der Nachwelt erhalten. 050622 kam nach ihrer Ausmusterung beim Bw Duisburg-Wedau zunächst zu den Eisenbahnfreunden Flügelrad nach Opladen und im Jahr 1985 zurück als offizielle Museumslok zur DB.  Leider wurde sie bei einem Brand des Nürnberger Lokschuppens am 17.10.2005 stark beschädigt.
Auch 053 031 entging dem Schneidbrenner und konnte nach jahrelanger Abstellzeit Im Freien nun beim Süddeutschen Eisenbahnmuseum Heilbronn untergekommen, wo ihr nun wohl eine bessere Zukunft bevorsteht.

Nach dem Ende der Dampflokzeit wurden die Anlagen zunächst noch weiter genutzt. Diesellokomotiven des Bw Düren wurden von Stolberg aus eingesetzt. So traf man hier auf die Baureihe 215 und 290 im Güterzugdienst, sowie auf Lokomotiven der Baureihe 260/261 im Rangierdienst. Gelegentlich kamen auch mal Loks der Baureihe 211 und Akkutriebwagen der Baureihe 515 ins Bw. Am 28.Februar 1978 wurde das Bw Stolberg als eigene Dienststelle aufgelöst und zur Außenstelle des Bw Aachen degradiert. 
Mit dem Niedergang des Bergbaus im Aachener Revier entfielen immer mehr Güterzugleistungen auf den Nebenbahnen im Aachener Raum. Der Bahnhof Stolberg verlor stetig immer mehr an Bedeutung. Eine Folge daraus: Das Bw Stolberg wurde nicht mehr benötigt. 

Foto: © Werner Knüfer 

1983 wurde letztlich aus der Außenstelle des Bw Aachen der Stützpunkt Stolberg. Das Bw wurde endgültig geschlossen und die Anlagen abgebrochen. Geblieben sind nur noch die Erinnerungen.

 

Quellen:
150 Jahre Eisenbahn im Rheinland, Lutz-Henning Meyer, J.P. Bachem Verlag Köln
Eisenbahnen rund um Aachen, , Hans Schweers Henning Wall, Schweers+Wall Verlag
Schienenbusse aus Uerdingen, Band 2, J.-U.Ebel, J. Högemann, Dr. R. Löttgers, EK-Verlag
Dampf im Vichtbachtal - 150 Jahre Eisenbahn in Stolberg-, Karl und Josef Meurer
Die Baureihe 50, Band 1, Jürgen U. Ebel/Hansjürgen Wenzel, EK-Verlag
Die Baureihe 50, Band 2, Jürgen U. Ebel/Hansjürgen Wenzel, EK-Verlag